Methode
Diese Seite ist die wichtigste der Fläche. Sie sagt, woher die Zahlen kommen, wo sie ungenau sind und was wir nicht wissen.
Was hier steht — und was nicht
Es steht hier: wer wann was veröffentlicht hat, was ein Test kostet, wie viele Aufgaben er stellt, was an Prüfung erschienen ist. Alles davon ist nachschlagbar.
Es steht hier nicht: was ein Typ ist. Nicht aus Vorsicht, sondern weil es dafür keine Quelle gibt — nur Bücher, die einander widersprechen. Wer „Typ 4 ist so" schreibt, behauptet. Wer „Riso und Hudson nannten 4 … (Personality Types, 1987)" schreibt, belegt. Diese Fläche macht nur das Zweite.
Was zum Enneagramm belegt ist
Die zusammenfassende Forschungslage wird als gemischt und vorläufig beschrieben. Einzelne Fragebögen zeigen brauchbare Zuverlässigkeit und erwartbare Zusammenhänge mit etablierten Persönlichkeitsmerkmalen. Neun voneinander abgegrenzte Typen sind damit nicht belegt, und ebenso wenig Flügel, Stress- und Wachstumspfeile, Entwicklungsstufen oder typbezogene Behandlungsempfehlungen. Eine Untersuchung an chirurgischen Assistenzärztinnen und -ärzten (2024) fand alle neun Typen vertreten, aber keine Unterschiede in Professionalität oder Kommunikation und keine Häufung nach Fachrichtung.
Von allen Verfahren des Feldes hat genau eines eine unabhängige Besprechung in einem Testhandbuch: der WEPSS, im „Mental Measurements Yearbook“.
Das heisst nicht, dass das Enneagramm nichts taugt. Es heisst, dass die Frage offen ist und dass fast jede Seite, die sie beantwortet, am Ergebnis verdient.
Warum wir das schreiben können
Auf dieser Fläche steht keine Weiterleitung, an der wir verdienen. Kein Test wird vermittelt, kein Buch verkauft, keine Ausbildung beworben. Die Fläche wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben und ist werbefrei und ohne Nachverfolgung. Es gibt hier auch kein Konto — was jemand hier liest, erfährt niemand.
Und es gibt hier nichts zu kaufen. Keinen Test, keinen persönlichen Bericht, keine Vollversion, kein Abonnement. Das ist keine Eigenart dieser Seite, sondern die Regel des Vereins: jede App und jede Fläche ist vollständig kostenlos, und finanziert wird ausserhalb der Werke — über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Förderung und Auftragsarbeit.
Das ist der Grund, warum hier ein Satz stehen kann, der jede kommerzielle Seite im Feld Geld kosten würde: das Enneagramm ist nicht bewiesen. Wer Tests, Berichte oder Ausbildungen verkauft, kann diesen Satz nicht schreiben, ohne über das eigene Geschäft zu sprechen. Wir haben keins.
Woher der Bestand kommt
| Deutsche Nationalbibliothek | 464 Sätze · CC0 1.0 — die Titeldaten der DNB sind gemeinfrei freigegeben · abgerufen 2026-09-10 |
|---|---|
| Open Library | 191 Werke · bibliografische Daten gemeinfrei (Open Library Data Dumps, CC0) · abgerufen 2026-09-10 |
Warum nicht Wikidata
Die anderen Nachschlagewerke des Vereins beziehen ihr Register aus Wikidata. Hier ging das nicht, und die Zahl gehört hin: auf den Eintrag „Enneagram of Personality“ zeigen im gesamten Wikidata-Bestand 66 Elemente, davon 14 über eine direkte Aussage — und kein einziges Buch. Gemessen am 10. September 2026. Das ist kein Fehler der Abfrage, sondern der Bestand. Deshalb zwei Bibliothekskataloge statt eines Wissensgraphen.
Wie gezählt wird — und was daran ungenau ist
Katalogsätze, nicht Werke
Die grösste Ungenauigkeit, und sie bleibt bewusst stehen. Die Nationalbibliothek führt jede Auflage, jedes Taschenbuch und jedes E-Book als eigenen Satz. „Das Enneagramm : sich selbst und andere verstehen lernen“ steht deshalb 17-mal im Bestand, zwischen 1989 und 2012. Wer aus der Gesamtzahl „so viele Bücher gibt es“ liest, zählt Auflagen als Werke.
Wir führen keine eigene Werkzusammenführung ein — die würde Entscheidungen verlangen, die der Katalog nicht hergibt. Er bindet Auflagen aber selbst zusammen, über den Verweis auf den übergeordneten Satz, und diese Bindung übernehmen wir: 8 Gruppen umfassen 45 der 464 Sätze. Das ist unvollständig — längst nicht jeder Satz trägt diesen Verweis, gleiche Titel bei anderem Verlag bleiben getrennt.
Fünf Zeitschriftenhefte sind nicht mitgezählt
Die Abfrage lieferte 469 Sätze, das Bücherregister zeigt 464. Die Differenz sind 5 Hefte einer Zeitschrift, die als Titel ihre Zählung tragen („2024, 62“) statt eines Namens. In einer Bücherliste wären das leere Zeilen. Weggeworfen sind sie nicht: dass der Ökumenische Arbeitskreis Enneagramm seit 1994 einen Rundbrief herausgibt, steht im Bestand — es ist nur kein Buch.
Ein einzelner Verfasser verzerrt die zweite Welle
Detlef Rathmer steht mit 67 Sätzen im Bestand — das sind 67 der 282 Sätze seit 2010, also 24 Prozent. Die Titel erscheinen überwiegend im Selbstverlag. Die zweite Welle ab 2010 bleibt auch ohne sie eine Welle, ist aber deutlich flacher, als der Balken auf der Startseite zeigt.
Die Verfasserrolle ist nicht immer angegeben
402 der 464 Sätze tragen eine Verfasserangabe. Bei 13 davon fehlte im Katalog die Rollenangabe; dort wurde an der Ansetzungsform geschlossen — ein Personenname steht invertiert und trägt ein Komma, eine Körperschaft nicht. Das ist die Regel der Kataloge selbst, aber es bleibt ein Schluss und keine Angabe.
Verfasser ohne eigene Seite
150 Verfasserinnen und Verfasser stehen im Bestand, 89 davon haben eine eigene Seite. Die übrigen 61 kommen genau einmal vor; eine Seite dazu trüge nichts, was der Bestand nicht schon zeigt. Sie sind nicht gelöscht, nur ohne eigene Adresse.
Die Sachgruppen zählen doppelt
Ein Titel kann mehreren Sachgruppen zugeordnet sein, und die DNB liefert zwei Systeme nebeneinander. Die Summe über alle 28 Gruppen ist deshalb grösser als die 464 Sätze. Innerhalb eines Titels wird jede Benennung nur einmal gezählt.
Die Suche ist wörtlich
Gesucht wurde nach dem Wort „Enneagramm“ über alle Felder. Ein Buch, das den Gegenstand behandelt, ohne das Wort zu verwenden, fehlt. 400 der Sätze führen es im Titel, die übrigen im Untertitel oder in den Schlagwörtern.
Die Preisangaben
9 der 11 Preisangaben sind beim Anbieter selbst abgelesen. Die übrigen stammen aus zweiter Hand und stehen auf der Seite mit sichtbarem Vorbehalt — nicht im Kleingedruckten, sondern als Marke neben der Zahl. Ein Preis, der nicht an der Quelle steht, lässt den Bau dieser Fläche scheitern, wenn ihm der Vorbehalt fehlt.
Zwei Anbieter nennen ihren Preis erst, wenn der Test ausgefüllt ist. Das ist kein Versäumnis unsererseits, sondern eine Eigenschaft des Angebots — und sie steht bei den betroffenen Tests dabei.
Was fehlt
- Geschriebene Seiten zu den Personen. Bisher tragen sie nur Katalogdaten und stehen deshalb nicht im Index.
- Die Streitfälle: die Auseinandersetzung um Urheberrecht und Herkunft ist belegbar und noch nicht geschrieben.
- Der österreichische und schweizerische Bestand. Die DNB sammelt das deutsche Pflichtexemplar.
- Die Ausbildungen und ihre Preise.