Die Sechs
Die Frage, worauf Verlass ist — und die Wachsamkeit gegenüber dem, was schiefgehen kann.
Die Sechs gilt in der Literatur als die häufigste und zugleich als die am schwersten zu erkennende Zahl — weil sie in zwei fast gegensätzlichen Formen auftritt. Naranjo hat das als Erster ausdrücklich beschrieben: dieselbe Grundfrage kann zu Vorsicht oder zu Draufgängertum führen.
Das ist auch der Grund, warum Tests bei der Sechs am häufigsten danebenliegen. Ein Fragebogen, der nach Verhalten fragt, misst die Richtung — nicht die Frage dahinter.
Dieselbe Zahl, 5 Namen
Die Reihenfolge ist die der Entstehung — von der ältesten Fassung zur jüngsten. Was zwischen der ersten und der letzten Zeile passiert, ist die eigentliche Geschichte dieser Zahl.
- Ego-CowardiceÓscar Ichazo, 1970
Ichazos Begriff ist hart und meint nicht Feigheit im Handeln — Sechsen handeln oft besonders mutig —, sondern ein Misstrauen gegenüber der eigenen Urteilskraft.
Die Ego-Fixierungen der Arica-Schule · Arica Institute, Arica und New York · im deutschen Katalog nicht vorhanden
- Feigheit, Leidenschaft AngstClaudio Naranjo, 1994
Naranjo unterscheidet zwei Ausprägungen: eine, die der Angst ausweicht, und eine, die ihr entgegenläuft. Beide beantworten dieselbe Frage — nur in entgegengesetzte Richtung.
Erkenne dich selbst im Enneagramm : die 9 Typen der Persönlichkeit · München : Kösel
- Das Bedürfnis nach SicherheitRichard Rohr, Andreas Ebert, 1989
Rohr und Ebert führen die Sechs unter der Angst und setzen ihr den Mut entgegen: nicht Angstfreiheit, sondern das Handeln trotz der Angst.
Das Enneagramm : die 9 Gesichter der Seele · München : Claudius
- Der Loyale (The Loyalist)Don Richard Riso, Russ Hudson, 1989
Riso beschreibt die Sechs als verlässlich, verbunden und verantwortungsbewusst — und auf den unteren Stufen als misstrauisch und anklagend.
Die neun Typen der Persönlichkeit und das Enneagramm · München : Droemer Knaur
- Der Advokat des Teufels (The Devil’s Advocate)Helen Palmer, 1991
Palmers Name beschreibt eine Gewohnheit statt einer Eigenschaft: den Blick auf das, was an einer Sache noch nicht stimmt, und das Prüfen der Absichten des Gegenübers.
Das Enneagramm : sich selbst und andere verstehen lernen · München : Droemer Knaur
Die Beschreibungen auf dieser Seite sind aus der Sekundärliteratur zusammengetragen; an den Werken selbst abgelesen sind sie noch nicht. Werk, Jahr, Verlag und Katalogkennung sind es — wie wir das unterscheiden.
Wo diese Zahl in der Figur steht
Die Sechs hat in der Figur vier Nachbarschaften, und alle vier sind Behauptungen einzelner Bücher, keine Eigenschaft der Zahl. Die Flügel stammen aus der psychologischen Lesart, die beiden Pfeile aus der Arica-Überlieferung.
| Flügel | Die Fünf und Die Sieben — die beiden Nachbarzahlen, die die Färbung verschieben sollen |
|---|---|
| Unter Belastung | Die Drei — dorthin soll sich das Verhalten unter Druck bewegen |
| In der Entwicklung | Die Neun — dorthin soll sie sich im Guten bewegen |
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